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Friesenanzeiger berichtet von Rico
Auch wenn er mitunter noch den linken Schuh auf das rechte Füßchen zieht und umgekehrt: selbstständig in die Fußbekleidung zu schlüpfen ist für Rico Grützmacher ...
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Ricos dritte Operation
Anfang Oktober 2008 stand für den kleinen grossen Mann eine weitere Operations ins Haus...
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Neuigkeiten vom grossen Rico :-)
Seit Februar läuft der kleine Mann - und inzwischen immer sicherer. Jetzt geht er schon kleine Treppen und spielt sehr gern Fußball, am liebsten mit Tennisbällen - die gibt es bei uns überall.
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Ein krankes Baby braucht teure Hilfe
Den Albtraum aller Eltern erlebten Sven und Susanne Grützmacher aus Husum: Ihr jüngster Sohn wurde mit einem seltenen Gendefekt geboren. Spezialisten in den USA können dem kleinen Rico helfen, aber die Krankenkasse zahlt nur einen Bruchteil.
Husum
Als Rico Grützmacher Anfang Januar per Kaiserschnitt zur Welt kommt, erweitert er den Nachwuchs von Susanne und Sven Grützmacher (37 und 39) zum »Kleeblatt«: Doch ob der Kleine jemals so fit und unbeschwert wie die beiden älteren Brüder Mika (5) und Tim (3) sein wird, steht noch in den Sternen, denn das Kind hat seinen Lebensweg mit einer Blasenexstrophie begonnen. Damit wird eine äußerst selten anzutreffende, angeborene Erkrankung bezeichnet, bei der sich die Blase und die ableitenden Harnwege nicht an ihrem natürlichen Platz, sondern außerhalb des Körpers befinden.
»Das Gewebe für die nicht fertig ausgebildeten Organe lag bei Ricos Geburt platt auf seinem Bauch«, schildert der Vater seinen Eindruck. Zudem sind der Becken- und Genitalbereich des Säuglings gespalten. Ein »gewaltiger Schreck« packte die Eltern, die sofort den Kampf um die Gesundheit ihres Kindes aufnahmen.
Ein Wettlauf mit der Zeit begann: Denn die entscheidende Operation, von der der Erfolg späterer Eingriffe und letztlich auch ein normales Leben abhängen, musste innerhalb von 72 Stunden über die Bühne gehen. »Sonst sind die Knochen ausgehärtet und das Becken muss künstlich gebrochen werden«, erläutert der Vater. Doch das könne bei dieser ohnehin schon kniffligen Korrektur weitere Erschwernisse mit sich bringen. »Noch am Abend der Geburt habe ich einen Spezialisten zu Rate gezogen«, so Grützmacher weiter. Der empfahl ohne Umschweife die Kinderklinik des Johns Hopkins Hospital in Baltimore. Dort seien die Heilungschancen unter der Obhut hoch versierter Mediziner am größten.
Die nächsten Stunden waren ausgefüllt mit fieberhaften Vorbereitungen: »An Schlaf war nicht zu denken.« Nicht nur, dass Grützmacher sofort telefonische Absprachen mit den Chirurgen in Baltimore treffen musste: Flugtickets, einen begleitenden Arzt und vor allem Papiere galt es auf der Stelle zu organisieren - denn der an einem Freitag geborene Rico konnte nicht ohne Ausweis die Reise über den »großen Teich« antreten. Noch heute sind Susanne und Sven Grützmacher jener Handvoll städtischer Beamter dankbar, die - die Notlage erkennend - das Wochenende »außer Kraft« setzten und unkonventionell bei der Ausstellung eines Passes für das Baby behilflich war.
Bei der Krankenversicherung meldete Grützmacher das Neugeborene - unter Nennung der Erkrankung - unverzüglich an und fühlte sich auf der »sicheren Seite«, denn: »Die Police, die wir zurück erhielten, war ohne Einschränkungen oder Vorbehalte.« Dennoch stellte sich die Versicherung wenige Wochen später unverhofft quer und weigerte sich, für die Kosten aufzukommen: Noch während der Säugling sich - mit dem betreuenden Vater als Begleitperson - in Baltimore von dem schweren Eingriff erholte, flatterte ein Schreiben mit bestürzendem Inhalt ins Haus: Derartige Operationen können auch in Deutschland vorgenommen werden, hieß es kurz und bündig. Der siebenwöchige Klinikaufenthalt in Baltimore schlägt mit etwa 152.000 Euro zu Buche - Flug und Aufwand für den begleitenden Arzt noch nicht mitgerechnet. Doch die Versicherung will nur 24.000 Euro zahlen. »Den Rest sollen wir tragen«, so das Elternpaar.
Auch die Sorge um Ricos Gesundheit ist noch längst nicht ausgestanden, denn mehrere Operationen stehen noch bevor, bis der Urin den natürlichen Weg nehmen und die Blasenentleerung gesteuert werden kann. Inwiefern modellierende Eingriffe notwendig sind, um späteren Kinderwunsch realisieren zu können, wird die Zeit zeigen. Doch nach Möglichkeit sollen alle Korrekturen in Baltimore vorgenommen werden, denn da sei die medizinische Versorgung am besten: »In Deutschland lassen die Operationsergebnisse sehr zu wünschen übrig«, sagt Grützmacher.
Auf jeden Fall wird das Kind in wenigen Monaten erneut unters Messer müssen - und ein weiterer Kostenberg rückt näher, ohne dass die jetzige Situation geklärt ist. Susanne und Sven Grützmacher lassen jedoch den Mut nicht sinken: Wir hoffen auf die Gesprächsbereitschaft der Versicherung - und auf die Spendenbereitschaft der Bevölkerung.« Das würde die Familie schon ein gutes Stück weiterbringen. Auch bei der Stadt Husum ist der Fall bekannt und im Rathaus tut sich was: Bürgermeister Rainer Maaß und einige engagierte Mitstreiter wollen einen Spendenaufruf für die geplagte Familie Grützmacher organisieren.
Sonja Wenzel
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Peter Lustig besucht mit seiner Familie den kleinen Rico
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Blasenekstrophie
Bei dieser angeborenen Erkrankung handelt es sich um einen sehr seltenen Gendefekt, der sich etwa in der sechsten Schwangerschaftswoche bemerkbar macht. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich dieser Fehler ausbildet, liegt ungefähr bei 1 : 40.000. Jungen sind eher betroffen als Mädchen.
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